
Content-Designerin Annie VanderMeer Mitsoda von Arena.Net hat in einem offiziellen Blog ihre Gedanken zur Namensgebung in Guild Wars 2 geäussert. Sie erklärt, wie schwierig es teilweise sei, auf den passenden Kreaturennamen zu kommen und wieviel Zeit dies eigentlich beanspruche.
Alle Namen beginnen ihr Leben mit einem Platzhalter und werden daraufhin einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Hierbei geht es hauptsächlich um den Klang des Namens aber auch um die Aussprache. Schließlich werden in Guild Wars 2 wesentlich mehr Charaktere in Vertonungen auftauchen und müßen somit einen gut aussprechbaren Namen tragen. Beispielsweise würde sich "Xanthoaediax" wie ein guter Name lesen, aber ausgesprochen wäre es ein ziemlicher Zungenbrecher.
Ein weiterer Punkt, den die Entwickler mit in ihre Namensgebung fließen lassen, sind popkulturelle Anspielungen. Natürlich kann man auch in einem Spiel auf Geschichten in der realen Welt anspielen. Allerdings ist es wichtig, dass versteckte Witze zum einen nicht kurzlebig seien (wie zum Beispiel Nyan Cat, die nicht ewig bekannt sein wird) und dass sie auch von einer großen Masse direkt verstanden werden. Mitsoda betont, dass es ihnen aber vorrangig wichtiger ist, dass sie Namen direkt aus der Geschichte von Tyria erstellen und nicht zu sehr auf fremde Anspielungen angewiesen sind.
Ebenfalls mit in die Namensgebung einfließen, sind Aspekte, die die kulturelle Weiterentwicklung der einzelnen Völker betreffen. Guild Wars war im Gegensatz zum zweiten Teil der Saga relativ primitiv bei einigen Namen. Man fand zum Beispiel bei den "Charr" brutale Beinamen wie "Menschenfresser" oder auch "Schlägelklaue". 250 Jahre weiter in der Geschichte tragen Namen oftmals den Beisatz "Zenturio" oder "Tribun" und sind somit fortgeschrittener im Bezug auf die Ränge.
Annie VanderMeer Mitsoda teilt übrigens auch mit, dass es bei sich manchen NPC-Namen um freche Anspielungen auf Game-Designer Colin Johanson handelt. Auch beziehe man sich manchmal auf Lautmalerei, so dass Namen sich gut anhören, wenn man zwei verschiedene Wortstämme aneinander setzt.
Bei der Bestiarium Namensgebung ist es allerdings etwas schwieriger, was passendes zu finden. Die meisten Monster sind ein fester Bestandteil in der Welt von Tyria und ihnen fehlt der Zusammenhang zu etwas Fantasie-fremden. Hierbei gehen die Entwickler nach folgenden Fragen vor, die sie sich beim Brainstorming beantworten:
Wo findet man die Kreatur im Spiel? Mit welchen Rassen hatte sie Kontakt? Wurde das Wesen von einer dieser Rassen benannt? Hat die Kreatur jemals ein Bewusstsein besessen und sich eventuell selbst einen Namen gegeben? Wie sieht es aus? Ist es eher passiv oder doch eher aggressiv?
Wenn ihr euch den gesamten Blog in englischer Sprache durchlesen möchtet, könnt ihr das auf der offiziellen Arena.Net-Seite tun.
von Tiggi