Global Agenda
02.04.2012

Infos
Genre: Rollenspiel
Erschienen am: 01.02.2010
Publisher: Hi-Rez-Studios
Bewertung
"Global Agenda" ist ein MMO-Game das in einer dystopischen Zukunft spielt. Als Spieler wählt ihr aus 4 verschiedenen, allesamt mit Jet-Packs ausgerüsteten Klassen aus und stürzt euch in eine große, frei begehbare Welt - oder nehmt an Raids, PvE-Missionen oder PVP-Schlachten teil. Sogar große sogenannte AvA-Kämpfe, also Kriege zwischen großen Spielerfraktionen, sind möglich und beeinflussen das Einflussgebiet der jeweiligen Fraktion.
Grafik / Animation
87%
Wer andere Werke von Hi-Rez-Studios, wie beispielsweise Tribes Ascend, kennt, wird feststellen, dass die Grafikstile, gerade was Charakterdesign und Rüstungen angeht, Ähnlichkeiten aufweisen. Dieser Stil ist allerdings nicht abgehoben sondern recht bodenständig - sofern man das über irgendein Sci-Fi Spiel mit Jetpacks sagen kann. Die Optik besticht mit satten Farben; während die Hauptstation nicht mit Neonfarben geizt, ist die Wüste staubig und schmutzig - so wie eine Wüste eben sein sollte. Ob die Trostlosigkeit in letzterem Gebiet gewollt ist oder nicht bleibt offen; wenn man von Endzeitsettings nicht die Nase voll hat und an das Gute im Entwickler glaubt, kann man auch mal über die Einfarbigkeit des Wüstenleveldesigns hinwegsehen. Ein echter Hingucker sind die Panzerungen eures Helden: Diese leuchten schön, das Jetpack zeichnet hübsche Kondenzstreifen durch die Luft und die Farbvariation der eigenen Rüstungen und Waffen kann man mit der Ingamewährung beliebig verändern. Abschließend bleibt zu sagen, dass hier für einen Gratistitel wirklich enorm was fürs Auge geboten wird.
Sound / Musik
70%
Die Soundkulisse ist nett gestaltet. Die Jetpacks hören sich gut an, die Laserkanonen entlassen ihre Schüsse mit einem lauten "Psiuu!", alles klingt so, wie es klingen sollte. Musik gibt es recht selten; nach Beenden einer Mission erschallt einmal die "E-Gitarre des Sieges" und aus dem nett gestaltetem Klamotten-Shop im Hauptquartier dröhnt laute Technomusik. Alles ganz nett und zweckdienlich, doch kann sich nicht vom Standard absetzen.
Steuerung / Bedienung
81%
Die Steuerung wird jedem erfahrenerem Spieler bekannt vorkommen: WASD und die Maus bestimmen die Hauptaktionen. Auf die Zahlentasten kann man sich Shortkeys für Fähigkeiten oder kleinere Bauwerke wie eine stationäre Kanone legen und natürlich lässt sich das alles im Menü nach Belieben umstellen. Gewöhnungsbedürftig ist "U" als Taste für Interaktion mit anderen Charakteren. Wirklich gut gelungen ist die Jetpack-Steuerung; schon nach kurzer Zeit gelangen dem Spieler Punktlandungen auf dünnen Metallstanden oder präzise Sprünge über Hindernisse. Nur im Eifer des Gefecht kann man manchmal den Überblick verlieren.
Story / Hintergrundgeschichte
72%
Die Story spielt auf unserem Lieblingsplaneten - der Erde. Im Jahr 2155 sind 90% des Planeten durch den dritten Weltkrieg zu unbewohnbarer Wüste geworden und eine große Organisation, das sogenannte "Commonwealth", hat sich zu einem unerbittlichem Kontrollstaat gemausert. Lediglich vereinzelte Agencys bieten dem "Commonwealth" mit ihren Spezialagenten Paroli. Um eine Waffe gegen diese Spezialagenten zu erschaffen, produzierte das Commonwealth seine eigenen Cyborgsoldaten - und ihr schlüpft in die Rolle von einem solchen. Mit dem Unterschied, dass ihr von den Agenten einer Agency befreit werdet um an deren Seite gegen das Commonwealth zu kämpfen. So weit, so gut; allerdings wird die Geschichte nicht weiter fortgeführt. Um Missionen gegen das Commonwealth zu starten, müsst ihr ein Mindestlevel haben und nach eurer Flucht aus der Hauptstadt - welche lediglich eine Tutorial-Mission ist - geht es im Grunde nur noch ums Questen. Die Hintergrundgeschichte verkommt zur Ausrede für das, was ihr tut; so interessant sie am Anfang aufgebaut ist, genauso irrelevant wird sie im weiteren Verlauf, da man bis Level 30 ohnehin nicht in der Lage ist, gegen das Commonwealth zu kämpfen.
Spielspaß / Langzeitmotivation
76%
Über die ersten 6-8 Stunden unterhält das Spiel sehr gut. Man wird in die Wüste geschickt, ein relativ großes Gebiet, um eine Krankheit zu heilen, die man sich eingefangen hat und wird dabei von Quest zu Quest geschickt. Diese mögen zwar recht simpel sein, aber man fühlt sich nicht vom Spiel verlassen. Sobald man aber sämtliche Quests in der Wüste gelöst hat - bei mir war das bei Level 15 der Fall - kann man nur noch eins machen: M drücken, eine PvE oder PvP Mission auswählen, sich in die Schlange enreihen und warten. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und auch die hohen Preise der meisten Gebrauchsgegenstände (Waffen etc) als Motivator ansieht, wird Unmengen an Spaß haben.
Preis / Leistung
77%
Die Hintergrundgeschichte ist nett, das Spiel sieht wirklich verdammt gut aus und macht Spaß. Allerdings bleibt nach den ersten 9 Stunden die Abwechslung auf der Strecke. Die Jetpacks sind ein netter Faktor und werten das Spiel für Fans sicher noch auf.
Gesamt
78%
Für Fans des Sci-Fi-Genres, die kein Problem mit repetitiven Spielabläufen haben, ist das Spiel fast schon ein Pflichtkauf. Die Jetpacks werten das Spielgeschehen ebenfalls auf und sorgen für actionlastige Abwechslung in den Kämpfen. Abzüge erhält das Spiel allerdings für den Mangel an Alternativen. Der Spielfluss kommt nach 8-9 Stunden ins Stocken und man vermisst normale Quests. Zu diesem Zeitpunkt macht das Spiel alleine wenig Sinn. Wer aber noch ein paar Freunde dazu überredet mit ihm zu spielen, oder in GA neue Freunde findet, wird auch über längere Zeit viel Spaß damit haben.





